{"id":78,"date":"2016-11-28T06:48:51","date_gmt":"2016-11-28T06:48:51","guid":{"rendered":"http:\/\/juetrichau.juetrichau.de\/?page_id=78"},"modified":"2017-01-02T19:06:45","modified_gmt":"2017-01-02T19:06:45","slug":"gasthof-zur-erholung","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/juetrichau.juetrichau.de\/?page_id=78","title":{"rendered":"Gasthof zur Erholung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gasthof mit 230 j\u00e4hriger Tradition<br \/>\n<\/strong><strong><br \/>\n<\/strong>Am 11. November 1779 wurde durch das Oppensche Gericht zu J\u00fctrichau die Baugenehmigung f\u00fcr den Neubau eines Hauses und gleichzeitig die Gewer\u00adbekonzession zum Handel und Verkauf von Bier, Branntwein sowie ande\u00adren Getr\u00e4nken erteilt. In den Jahren 1799 bis 1818 konnten dann die zum Gastst\u00e4ttenbetrieb notwendigen Hofgeb\u00e4ude durch den damaligen Gastwirt Christian Schulze und seine Ehefrau Sophie errichtet werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-86 aligncenter\" src=\"http:\/\/juetrichau.juetrichau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Gasthof1.jpg\" alt=\"\" width=\"543\" height=\"232\"><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter war der H\u00e4usler Christian M\u00fcller, aus dem benachbarten Rodleben stammend, der Betreiber des Gasthofes.<\/p>\n<p>Durch Kaufvertrag vom 3. M\u00e4rz 1887 \u00fcbernimmt den Gasthof mit allen zu\u00adgeh\u00f6rigen Ackerpl\u00e4nen der Gastwirt Friedrich Gottlieb Hermann Ganzer. Geboren wurde er am 15. August 1860 und verstarb am 3. September 1903. Die Zeiten waren ruhig und somit entwickelte sich ein prosperierendes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>Im Jahre 1888 wurde ein Saal angebaut, welcher h\u00e4ufig und gern bis zum Jahre 1935 genutzt wurde. Noch vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges erhielt die Gemeinde J\u00fctrichau im Jahre 1913 durch die damalige \u00dcberlandzentrale Anhalt-Dessau elektrisches Licht. Der Standort der Transformatorenstation war so gew\u00e4hlt worden, dass der Hauptabnehmer an Kraftstrom im Bereich der Dom\u00e4ne erfolgte. Aber auch im Gasthof brannte jetzt das elektrische Licht. Weiterhin erfolgte im Jahre 1914 der Neubau der Seitengeb\u00e4ude, einschlie\u00dflich einer K\u00fcche, einiger G\u00e4stezimmer, eines Waschhauses und einer R\u00e4u\u00adcherkammer sowie weiterer Stallanlagen f\u00fcr Nutzvieh und einen Ausspann.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-87 aligncenter\" src=\"http:\/\/juetrichau.juetrichau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/gasthof2.jpg\" alt=\"\" width=\"515\" height=\"312\"><\/p>\n<p>Dann im Jahre 1923 \u00fcbernahm der Gastwirt Hermann Ganzer, geboren am 14. Juli 1886 von seiner Stiefmutter Friederike Ganzer das ganze Anwesen. Im Jahre 1926, sehr fr\u00fch f\u00fcr eine Gemeinde mit wenigen Abnehmern, erhielt der kleine Ort J\u00fctrichau ein Netz f\u00fcr Stadtgas durch die damalige Deutsche-Continental-Gasgesellschaft Dessau.<\/p>\n<p>Weitere Geb\u00e4udeteile mussten errichtet werden, z.B. Pferdest\u00e4lle f\u00fcr den vorbeifahrenden Ausspann. Auch feste Brennstoffe wie Koks und Kohlen ben\u00f6tigten eine Lagerfl\u00e4che. In den folgenden Jahren nahm der Verkehr mit Lastkraftwagen st\u00e4ndig zu. Der nun genehmigte G\u00fcterfernverkehr durch J\u00fctrichau machte den Neubau eines Parkplatzes dringend notwendig. Um die n\u00f6tige Baufreiheit zu gewinnen, musste die Tanzfl\u00e4che geopfert wer\u00adden, sicher zum Bedauern vieler J\u00fctrichauer. Zugleich wurde eine Tankstelle errichtet.<\/p>\n<p>Immer mehr G\u00e4ste kehrten in dem Wirtshaus ein, das Gesch\u00e4ft florierte. Jetzt kam der Vorschlag eines weiter denkenden Gastwirtes an die Reichs\u00adstra\u00dfenbauverwaltung in Dessau, dass die neu zu bauende Stra\u00dfe von Dessau nach Zerbst unmittelbar am Gasthof vorbei f\u00fchren sollte.<\/p>\n<div align=\"left\">\n<p>Daraufhin wurde der alte Saal abgetragen, denn er stand mitten auf der geplanten Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>Neben der Gastst\u00e4tte gab es ein Kolonialwarengesch\u00e4ft sowie einen Koks\u00adund Kohlehandel, wo man seit 1921 einkaufen konnte. Im Jahre 1935 erfolgte ein Saalneubau und im darauffolgenden Jahr schloss sich der Neubau des bis heute bestehenden Geb\u00e4udes an. Zur gleichen Zeit wurde der Gast\u00adhof \u201eZur Erholung\" in eine \u201eRastst\u00e4tte\" umbenannt, was wohl aus werbe\u00adtechnischen Gr\u00fcnden geschah.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-88\" src=\"http:\/\/juetrichau.juetrichau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Gasthof3.jpg\" alt=\"\" width=\"533\" height=\"355\" srcset=\"http:\/\/juetrichau.juetrichau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Gasthof3.jpg 510w, http:\/\/juetrichau.juetrichau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Gasthof3-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 533px) 100vw, 533px\" \/><\/p>\n<p>F\u00fcr die sp\u00e4tere Weiterf\u00fchrung der Rastst\u00e4tte war der Sohn Hermann Ganzer jun. vorgesehen. Er war ausgebildeter Gas\u00adtronom. Jedoch aus politischen Gr\u00fcnden hat er mit seiner Familie im Jahre 1959 die ehemalige DDR verlassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Rastst\u00e4tte musste danach an die Konsumgenossenschaft Zerbst verpachtet werden. Nach dem Tode von Her\u00admann Ganzer am 27. August 1968 unterhielt die Witwe Frieda Ganzer das Anwesen allein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-89\" src=\"http:\/\/juetrichau.juetrichau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Gasthof4.jpg\" alt=\"\" width=\"510\" height=\"358\" srcset=\"http:\/\/juetrichau.juetrichau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Gasthof4.jpg 510w, http:\/\/juetrichau.juetrichau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Gasthof4-300x211.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/p>\n<p>Sie verkaufte aus Altersgr\u00fcnden die gesamte Immobilie am 13. Februar 1975 an die Eheleute Manfred und Olga Meyer. Diese betrieben die Rastst\u00e4tte be\u00adreits seit dem Jahre 1973. Der neue Betreiber der Rastst\u00e4tte fragte sich oft, woran es wohl liegen w\u00fcrde, dass die Rastst\u00e4tte einen so gro\u00dfen Zuspruch hat. Viele ausw\u00e4rtige Kraftfahrer und andere G\u00e4ste legen in Jutrichau einen Reisestopp ein. Der Grund hierf\u00fcr liegt in einem jahrzehntelangen guten Ruf der Rastst\u00e4tte bis zum heutigen Tage. Man war und ist stets bem\u00fcht, die G\u00e4ste schnell, zuvorkommend und mit gutem, reichlichem und preisg\u00fcns\u00adtigem Essen zu bedienen. Auch das reichhaltige und abwechslungsreiche Angebot an Speisen lockt viele G\u00e4ste an.<\/p>\n<p>Nach 1990 \u00fcbernahm die Tochter Katrin die Restauration. Sie f\u00fchrt mit Umsicht bis heute die bekannte und beliebte \u201eRastst\u00e4tte J\u00fctrichau.\u201c<\/p>\n<p>Aus dem Zerbster Heimatkalender 2008<br \/>\nMit freundlicher Genehmigung von Helmut Hehne<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gasthof mit 230 j\u00e4hriger Tradition Am 11. 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